Lieblingsgegenden, Fenster und Mauern: Zur emotionalen Enkodierung von Raum in Deutschschweizer Prosa zwischen 1850 und 1930

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Abstract

Ausgehend vom übergreifenden Forschungsinteresse einer datenbasierten Komparatistik der deutschsprachigen Länder möchte unser Beitrag erste Ergebnisse berichten über die emotionale Enkodierung von fiktionalem Raum. Anhand des DCHLi (Deutschschweizer Literaturkorpus), zurzeit als Pilotkorpus (76 Texte, 1854-1930, ca. 2 Mio. Wörter), und ausgehend von einem semiotischen Zugang zu textuell enkodierten Emotionen und Raumanalyse legen wir den derzeit gängigen Diktionär-basierten Zugang zu dimensionalen (Valenz, Arousal) und diskreten Emotionen (“Angst”, “Freude”, “Wut”, “Trauer”, „Ekel“) an. Welche unterschiedlichen Typen von Landschaft und Raum gibt es in der fiktionalen deutschschweizer Prosa zwischen 1854 und 1930, und wie sind diese jeweils emotional enkodiert?

Unsere quantitative Befunde stellen Bezüge her zu ikonischen Kultur/Natur-Dichotomien im Erbe der Romantik, zu historischen Stadt/Land-Konstellationen, aber auch zu einem nationalliterarischen Rahmen mit vielbeklagtem Schweizer “Mythos” einerseits und identifikatorischen (oftmals Alpen-orientierten) Angeboten für die “imagined community” (Anderson) der sogenannten Willensnation andererseits. Wir schließen mit einer methodologischen Reflexion der Sentimentanalyse innerhalb der DH.
Original languageGerman
Title of host publicationDHd2022: Kulturen des digitalen Gedächtnisses
Subtitle of host publicationKonferenzabstracts
EditorsMichaela Geierhos
PublisherZenodo
Pages166-170
Number of pages5
DOIs
Publication statusPublished - 27 Mar 2022
EventDigital Humanities im deutschsprachigen Raum: Kulturen des digitalen Gedächtnisses - Potsdam, Germany
Duration: 7 Mar 202211 Mar 2022

Conference

ConferenceDigital Humanities im deutschsprachigen Raum
Abbreviated titleDHd2022
Country/TerritoryGermany
CityPotsdam
Period7/03/2211/03/22

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